CHRISTOPH RÜFFER IM GESPRÄCH

» ERNÄHRUNG IST FÜR MICH WIE DAS RICHTIGE LEBEN: MIT EINER GESUNDEN, BUNTEN MISCHUNG WIRD ES SPANNEND. «

Was ist deine persönliche Motivation beim Projekt mitzuwirken?

Im Krankenhaus vermutet man keine großartigen, kulinarischen Highlights. Für mich ist es eine große Ehre und auch großes Glück, Teil des Helios Sterne­kochteams zu sein und daran mitzuarbeiten. Wir haben die Helios Küche mit unseren persönlichen Rezepten und Ideen weiterentwickelt. Spannend ist wohl für jeden von uns, dass die Gerichte für eine Vielzahl von Patienten umsetzbar sein müssen. Eine wirklich schöne Herausforderung! Wir haben Rezepte für den Hausgebrauch entwickelt und Videos produziert, sodass die Rezepte wirklich leicht nach­gekocht werden können, gut schmecken und dabei vor allem gesund sind.

Hast du einen Favoriten unter deinen Rezepten?

Bei einem Gericht reise ich zwischen zwei Städten, die für mich Heimat bedeuten. Daher ist das Matjes­tatar auf Meerrettich-Reibekuchen mein absoluter Favorit. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, lebe aktuell aber in Norddeutschland, in Hamburg. Kulinarisch verbinde ich beide Orte auf einem Teller: die Reibekuchen aus Essen und den Matjes aus dem Norden. Der Meerrettich verleiht dem Gericht mit seiner natürlichen Schärfe eine pikante Note.

Hat dich bei dieser Aufgabe etwas überrascht?

Überrascht hat mich die Küche der Menü-Manufaktur Hofmann. Wir bekamen eine ausgiebige Führung und konnten uns davon überzeugen, wie unsere Rezepte später in die Praxis umgesetzt werden. Ich hatte tatsächlich weniger Handarbeit vermutet: Die Pfannkuchen sind beispielsweise alle von Hand gemacht! Die Zutaten sprechen für sich, es ist alles frisch und gesund.

Gibt es einen Grund dafür, dass du zum Kochen gekommen bist?

Ich bin ein Genussmensch. Genauso gern wie ich koche, esse ich auch. Ernährung hat für mich auch immer etwas mit
Genuss zu tun, das möchte ich mit meinen Gerichten auch an meine Gäste und natürlich auch an alle Patienten weitergeben.

Wie integrierst du gesunde Ernährung in deinen Alltag?

Ich esse viel Obst und koche jeden Tag frisch. Das ist für mich selbstverständlich und bedient auch den Genussaspekt. Ich lege mich in der Küche für meine Gäste und meine Familie so richtig ins Zeug und kümmere mich auch um mein eigenes geschmackliches Wohlergehen.

Dein persönlicher Tipp an die Leser?

Gut zubereitet, ist halb gekocht: Wer sich Zeit nimmt, die Zutaten vorzubereiten und die Kochutensilien bereitzustellen, der kann sich besser auf das Kochen an sich konzentrieren und hat am Ende mehr vom Genuss. Neben frischen und gesunden Zutaten ist Zeit der entscheidende Faktor.

Kurz & Knackig

Welche Zutaten findet man immer in deiner Küche zu Hause? Olivenöl, Essig, Zitrone und Tomaten, Tomaten sind ein absolutes Muss.

Kochen ist für mich … ein großer Teil von meinem Leben.

Vegetarisch oder Fleisch? Beides. Fleisch aber eher selten.

Traditionelle Küche oder Trend? Weihnachten auf jeden Fall traditionell, ansonsten experimentell im Trend.

Wie oft pro Woche sündigst du und womit? Kaffee und Schokolade täglich, auch wenn man es mir nicht ansieht.

Für wen kochst du am liebsten? Für meine Freundin und meine Töchter. Wobei meine Töchter
meine größten Kritikerinnen sind.

Welches Gericht ist dir mal so richtig schief­gegangen? Vor langer, langer Zeit habe ich Porzellanförmchen gesalzen, statt gezuckert. Das Soufflé ging dann auch an den Gast, der zum Glück darüber lachen konnte.

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